Da sind Ihre Füße in guten Händen

Röntgen bei Hallux valgus Fehlstellung 

Hallux valgus

Die Ursache liegt im Mittelfuss

Wenn die Großzehe ein Eigenleben entwickelt und zunehmend in Richtung Fussaußenrand wandert, dann liegt die Ursache fast immer in einer Spreizfehlstellung der Mittelfußknochen. Das heißt, dass sich der Vorfuss verbreitert ("schmale Schuhe passen nicht mehr und die alten ausgetretenen sind am angenehmsten"). Dadurch kommt es zu einer Fehlstellung der Großzehe und zu einem vermeintlichen Überbein, welches in Wirklichkeit der erste Mittelfußknochen ist, der zunehmend nach innen abweicht.

Behandlungsoptionen wie Sand am Meer - aber welche ist die richtige?

Einlagen

Orthopädische Masseinlagen (nach Verordnung durch einen Facharzt) mit Unterstützung des Fussquergewölbes sind Mittel der ersten Wahl.

Schienen, Polster und Co.

Viele Firmen bieten Lagerungsschienen, spezielle Polster und vorgefertigte Einlagen an. Diese bieten im Einzelfall Abhilfe bei Druckproblemen im Schuhwerk. Sie können aber nicht die Entstehung der Fehlstellung verhindern geschweige denn eine eingetretene Fehlstellung wieder rückgängig machen!

Heilgymnastik

Dehnungsübungen, Greif- und Geschicklichkeitsübungen sowie Gangschulung und Koordinationstraining (z.B. Spiraltraining) können - im Besten Fall unter physiotherapeutischer Anleitung - zu einer deutlichen Linderung von Beschwerden beitragen. Eine Korrektur einer bereits eingetretenen Fehlstellung ist jedoch auch hier nicht möglich.

Operation Ja - Nein ?

eine kleine Entscheidungshilfe

1. Die Fehlstellung ist eindeutig sichtbar.

2. Ich kann nurmehr sehr weiche bzw. breite Schuhe tragen.

3. Ich habe Schmerzen beim Gehen.

4. Ich habe kein normales Gangbild mehr (Schonhinken).

5. Ich habe bereits Probleme im Kniegelenk/Hüftgelenk/Wirbelsäule.

6. Die Fehlstellung und die Beschwerden nehmen kontinuierlich zu.

7. Die Behandlung mit orthopädischen Maßeinlagen erbringt keine

    Besserung.

Je mehr Punkte sie mit Ja beantworten umso höher ist der Nutzen einer Operation

Welche Operationstechnik ?

Es gibt nahezu 100 verschiedene Operationsmethoden. Darunter gibt es eine handvoll international anerkannter Techniken, welche aufgrund ihrer Ergebnisse bevorzugt durchgeführt werden.

 

Ich beherrsche die wichtigsten Techniken zur operativen Korrektur einer Hallux-Valgus-Fehlstellung und wende diese regelmäßig an.

 

Die Entscheidung, welche Methode für Ihr Problem die beste ist, wird anhand von Röntgenbildern und einer eingehenden Untersuchung getroffen.

Wann kann ich nach einer Operation wieder gehen ?

Bei der klassischen Hallux-valgus-Operation erfolgt die Korrektur unter anderem durch eine Knochendurchtrennung am Mittelfußknochen. Der - in korrekter Position - wieder zusammengesetzte Mittelfußknochen wird zwar mit zumindest einer Schraube fixiert, diese kann jedoch naturgemäß nicht das gesamte Körpergewicht tragen.

 

Deshalb ist es notwendig den Fuß in einem sog. Vorfußentlastungs-schuh zu entlasten. Je weniger der Vorfuß belastet wird umso besser und rascher kann der Knochen in der korrekten Position verheilen.

 

Erst ein verheilter Knochen ist wieder voll belastbar. Die Knochenheilung ist von vielen Faktoren (Ausmaß der Korrektur, Osteoporose, Nikotin, Körpergewicht, Alter, ...) abhängig und dauert in der Regel 6 Wochen.

 

Im Zuge einer routinemäßigen Röntgenkontrolle nach 3 - 4 Wochen wird individuell die Befristung der Entlastung bestimmt. Damit liegt die Entlastungsdauer zwischen 6 - 8 Wochen wobei sie 6 Wochen so gut wie nie überschreitet.

 

Danach wird ein schrittweiser Umstieg auf normales (zunächst geschlossenes) Schuhwerk empfohlen. Die uneingeschränkte Belastbarkeit (Einbeinzehenstand, Sprungbelastung, Stop-and-Go Sportarten) ist längstens nach 12 Wochen gegeben.

 

Vermehrte Schwellungsneigung kann bis zu 6 Monate andauern.


Die eingesetzte(n) Schraube(en) wird/werden zur Gänze im Knochen versenkt und verbleibt/en in der Regel im Knochen ohne Beschwerden oder Spätfolgen.


Die derzeit am Markt befindlichen selbstauflösenden Schrauben sind (noch) nicht ausreichend erprobt bzw. ungeeignet.


Im Falle eines gewünschten Metallverzichtes, kann die eingebrachte Schraube durch einen kleinen Eingriff in Lokalanästhesie wieder entfernt werden.

Ist es möglich, beide Füße gleichzeitig zu operieren?

Ja, prinzipiell ist es möglich beide Füße gleichzeitig operieren zu lassen. In manchen Fällen (hochgradige Fehlstellung, schlechte Knochenqualität) kann es jedoch ratsam sein, immer nur eine Seite zu operieren. Die Mindestdauer zwischen zwei Operationen sollte 12 Wochen betragen.

Ist eine Vollnarkose notwendig?

Nein, eine Vollnarkose oder ein "Kreuzstich" sind nicht zwingend notwendig. Im Gegenteil - Ich führe die überwiegende Mehrzahl dieser Operationen in einer Nervenblockade im Fußbereich mittels Lokalanästhetikum durch. Das hat den Vorteil (neben der Schonung des Gesamtorganismus), dass auch mehrere Stunden nach der Operation keine Schmerzen auftreten und narkosebedingte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder die Notwendigkeit für einen Harnkatheter ausbleiben.


Was benötige ich für die Untersuchung eines Hallux valgus?

 

Nativröntgen des Vorfuss IM STEHEN in 2 Ebenen



Hallux rigidus


Wo liegt der Unterschied zum Hallux valgus?

Die Bezeichnung Hallux rigidus (manchmal auch Hallux limitus) heißt übersetzt "steife Großzehe" und beschreibt eigentlich einen Zustand der bei unterschiedlichen Veränderungen am Großzehengrundgelenk vorkommen kann.


Bewegungseinschränkung im Großzehengrundgelenk

Diese kann durch die Bildung eines Knochensporns (Exostose, Osteophyt) entstehen. Dabei kommt es zu einem "Überbein", welches vor allem in Richtung Fußrücken "wächst" und so die Bewegung im Großzehengrundgelenk behindert, da das Grundglied der Großzehe hier beim Hochziehen anstößt und eine weitere Bewegung blockiert wird. Das ist solange kein Problem, als man normal gehen (über den Vorfuß abrollen) kann und im Schuh keine Druckstelle bekommt. Mit der Zeit kann es jedoch zu Schmerzen beim Gehen und im Schuh kommen, die einen zum Handeln zwingen.


Die Behandlung kann einerseits mittels Einlagen und Modifikation des Schuhwerkes erfolgen oder bei Fortbestehen der Beschwerden eine Operation notwendig machen. In der Regel reicht es, wenn man das entstandene Überbein großzügig operativ entfernt und so die Beweglichkeit wiederherstellt.


Ein weiterer Grund kann die Arthrose des Großzehengrundgelenkes sein. (siehe unten)


Was benötige ich für die Untersuchung eines Hallux rigidus?

 

Nativröntgen des Vorfuss IM STEHEN in 2 Ebenen


Arthrose des Großzehengrundgelenkes


Hier kommt es - neben Schmerzen im Gelenk - prinzipiell auch zu einer Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenkes (GZGG), weshalb gelegentlich die Bezeichnung Hallux rigidus in Zusammenhang mit einer Arthrose gewählt wird.


Typische Symptome einer Arthrose im GZGG sind Bewegungseinschränkung, Bewegungsschmerz, Ruheschmerz, Verbreiterung des Gelenkes (auch mit Druckproblemen im Schuh). Eine Fehlstellung (meist Hallux valgus) kann mitunter zusätzlich vorliegen.


Als Ursachen kommen Verletzungen oder wiederholte Stöße gegen den Vorfuß (Fussball, Klettern) oder Fehlstellungen sowie Gicht oder rheumatische Erkrankungen in Frage.


Der große Unterschied zum reinen Hallux rigidus oder valgus liegt jedoch in der degenerativen Veränderung der Gelenkfläche - also Arthrose, die prinzipiell andere Behandlungsoptionen benötigt.


Konservativ kann hier eine Einlage (mit Versteifung im Vorfußbereich) oder Modifikation des Schuhwerkes (Abrollwiege) als Therapieoption in Frage kommen.


Operativ gibt es prinzipiell bewegungserhaltende Optionen und die operative Versteifung des Großzehengrundgelenkes.

Unter den bewegungserhaltenden sind wie beim Hallux rigidus die Abtragung von Knochenspornen und Entfernung der Gelenksinnenhaut zu nennen (Cheilektomie). Oder der künstliche Gelenks-(Teil-)Ersatz. Eine Teilentfernung des Gelenkes (Operation nach Keller-Brandes) ist prinzipiell möglich, wird aber nur in seltenen Fällen durchgeführt.

Der Vorteil der bewegungserhaltenden Eingriffe ist - wie der Name schon sagt - der Bewegungserhalt. Der Nachteil liegt jedoch in der schlechten Vorhersagbarkeit von Dauer und Güte des postoperativen Ergebnisses, weil die Arthrose (sofern eine oder beide Gelenkflächen erhalten bleiben) trotzdem weiter fortschreitet bzw. die Funktion einer Prothese von vielen Faktoren abhängig ist und schwierig zu gewährleisten ist.

Die Gelenkversteifung bringt den Vorteil einer dauerhaften und stabilen Behandlung der Arthrose.

Die Bewegungseinschränkung ist - bei optimaler Position der Großzehe - im täglichen Leben nicht beeinträchtigend. Lediglich beim Tragen von Schuhen mit höheren Absätzen (>5cm) und bei Tätigkeiten mit vermehrter Überstreckung im GZGG sind Einschränkungen zu erwarten. Speziell im Sport (Laufen, Radfahren, Wandern, Fußball, Tennis, Golf, ...) zeigt sich bei optimaler Position der Großzehe eine deutliche Leistungsverbesserung im Vergleich zur Leistungsfähigkeit mit schmerzhafter Arthrose.


Was benötige ich für die Untersuchung von Schmerzen (Arthrose) im Großzehengrundgelenk?

 

Nativröntgen des Vorfuss IM STEHEN in 2 Ebenen



Hallux varus


Hier handelt es sich um eine seltene (angeborene oder durch Operation bzw. Verletzung entstandene) Fehlstellung der Großzehe, bei der diese in Richtung Körpermitte abweicht (im Gegensatz zum Hallux valgus). Bei höhergradigen Fehlstellungen mit Problemen im Schuh und bei Belastung kann eine operative Korrektur Durchgeführt werden. Zur Wahl stehen hier reine Weichteileingriffe, kombinierte Weichteil- und Knocheneigriffe und reine Knocheneingriffe (z.B. die Versteifung des GZGG in korrekter Position)

 

Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Facharzt für Unfallchirurgie

allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger

 


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